Herbstwanderung am Rehberger Graben im Harz

Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, führte die monatliche Wanderung des Heimatvereins Delligsen in den Harz. 16 Teilnehmer trafen sich um 9 Uhr am Tennisplatz in Delligsen und fuhren in Fahrgemeinschaften zum Wanderparkplatz Dreibrode. Dort begann die rund 10,3 Kilometer lange Rundwanderung um den Rehberg.

Durch einen Wald im Wandel

Auf schmalen Pfaden und über eine kleine Holzbrücke ging es durch eine Landschaft, in der die Veränderungen des Waldes deutlich sichtbar waren. Abgestorbene Fichten, abgebrochene Stämme und liegendes Holz prägten weite Teile der Hänge. Dazwischen wuchsen junge Bäume heran und zeigten, wie sich der Wald nach und nach erneuert.

Der graue Himmel und die tief hängenden Wolken verliehen der Landschaft eine besondere Atmosphäre. Immer wieder öffneten sich Blicke über die Hänge, deren Höhen teilweise im Dunst verschwanden.

Entlang der historischen Wasserwirtschaft

Am Rehberger Graben folgte die Gruppe dem schmalen Wasserlauf. Der künstlich angelegte Graben versorgte einst die Bergwerke in Sankt Andreasberg mit Wasser zum Antrieb ihrer Wasserräder. Als Teil der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft gehört er heute zum UNESCO-Welterbe.

An einer Schutzhütte wurde eine Rast eingelegt. Drinnen und draußen stärkten sich die Wanderer mit ihrem mitgebrachten Proviant und nutzten die Pause für Gespräche.

Herbstfarben und Goethes Spuren

Entlang des Weges sorgten herbstlich gefärbte Laubbäume für leuchtende Farbtupfer. Gelbe und orangebraune Blätter bildeten einen eindrucksvollen Gegensatz zu den kahlen Fichtenstämmen. Auch ohne Sonnenschein zeigte sich der Harz von einer reizvollen herbstlichen Seite.

Ein weiterer Halt führte zum Goetheplatz. Dort beschäftigte sich Johann Wolfgang von Goethe mit dem Zusammentreffen von Granit und Hornfels und der Entstehung dieser Gesteine. Informationstafeln gaben Einblicke in die geologischen Besonderheiten des Ortes.

Gemeinsame Einkehr im Rehberger Grabenhaus

Gegen Ende der Wanderung kehrte die Gruppe in die Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus ein. Das 1772 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Unterkunft und Materiallager für die Beschäftigten, die den Graben betreuten.

Beim gemütlichen Zusammensitzen blieb Zeit, die Eindrücke der Wanderung auszutauschen. Ein gemeinsames Foto vor dem historischen Haus hielt den Tag fest, bevor das letzte Wegstück zurück zum Parkplatz führte.

Die von Peter Scholz und Bärbel Negraszus gemeinsam organisierte Wanderung verband abwechslungsreiche Wege, herbstliche Landschaft und interessante Einblicke in die Geschichte des Harzes. Ein schöner gemeinsamer Wandertag, der den Teilnehmern sicher noch länger in Erinnerung bleibt.

[Bericht und Bilder von Bärbel Negraszus bereitgestellt]